Sustainable Guerilla Activism Stencil Store

Anlass zu diesem Posting ist eine Pressemitteilung, die mich gestern erreichte: Everyday is like sunday – Kreuzbergs erster „Green Fashion“-Store eröffnet. Schön. Vor ein paar Wochen erreichte mich eine ganz ähnliche Pressemitteilung: Lilli Green eröffnet Ladengeschäft und Online-Shop für nachhaltiges Design. Auch schön.

Und was gibt´s dort: Eco-Pullis und -Öle („Everyday is like sunday“) und Hirschgeweih im Bilderrahmen und anderer Eco-Design-Stuff („Lilli Green“).

Ich glaube, da gibt es noch mehr Läden, die grad in Berlin eröffnen, die aber wahrscheinlich nicht weiter erwähnenswert sind (ups, habe ich da was Falsches geschrieben? Ich lasse mich gern bekehren).

Mehr Info zu den Stores findet Ihr bei My Man Sebastian Backhaus und zwar hier.

Was mir bei den beiden erwähnten Stores fehlt, sind Dinge für den täglichen Aktivisten-Bedarf, wie Samenfrikadellen (vgl. hier), Vorlagen für „Stencils with a message“ (vgl. hier oder auch hier, hier, hier und hier).

Weiterhin stelle ich mir noch ein Energie-Erzeugungs-Fahrrad vor, um nach einer gelungenen Aktion noch ein wenig zu feiern (vgl. hier), Schablonen um Fahrradwege zu markieren (samt ökologischer weisser Farbe / vgl. hier) oder auch einfach nur einen leistungsstarken Kärcher oder meinetwegen auch Moos (vgl. hier).

Auch könnte ich mir Liederbücher zum Mitsingen vorstellen, um revolutionäre Lieder zu trällern (vgl. hier) oder Liegen auf Rollen, um der Welt zu ironisch vor Augen zu halten, dass nicht alles immer „to-go“ sein muss (vgl. hier und hier).

Ich wünsche mir ökologischen Zwiebelkuchen für einen Euro und fünfzig Cent (vgl. hier) und ökologische Surfbretter, um aus dem Arbeitsalltag zu entfliehen (vgl. hier und hier).

Ich könnte mir auch ´nen CO2-neutralen Turnschuh vorstellen, um beim nächsten Eco-Run dabei zu sein (vgl. hier und hier), Umbauanleitungen vom Auto zum Fahrrad (vgl. hier) oder auch von IKEA-Zeugs, um nicht jedes Jahr was Neues kaufen zu müssen (da war Green Lilli schlau: have a look).

Ein Laden, der Guerilla-Kochzangen verkauft (vgl. hier), falls Jan Delay nach seiner Aktivisten-Aktion Hunger auf Grillobst bekommt:

…oder vielleicht ein paar ökologische Vorhänge, um die S-Bahn zu schmücken (vgl. hier und hier) oder ein paar Guerilla-Masken (vgl. hier), um in der Öffentlichkeit nicht groß aufzufallen, oder ´ne Ritterrüstung, damit meine Klamotten nicht ständig in die Waschmaschine müssen, und wir somit Wasser sparen könnten (vgl. hier), oder Schlauchboote, um gegen die globale Erwärmung zu protestieren (vgl. hier) und und und….

Wenn es all diese Dinge gibt (und noch viel mehr), dann komme ich gern mal in Eure Stores vorbei! Oder moment mal – vielleicht machen wir selbst einen auf!?!

Ride on, Punk

Wir hatten das Thema schon öfters: Die CO2-neutrale Party. Jaja, gähn, gähn. Langweilig ist´s halt, wenn ein etablierter Club wie der Tresor (oh, liebe Tresor-Gänger, bitte nicht aufregen, Ihr seit natürlich NICHT so richtig etabliert, und Ihr müsst es Euch schon gar nicht von einem Öko like me sagen lassen, ich weiss, ich weiss). Aber das Konzept hinkt ein wenig: Ein Teil des Eintrittspreises wird für die Unterstützung von Klimaprojekten (z.B. Bau von Photovoltaik-Anlagen in Indien) bereit gestellt. Naja, kann man auch machen.

Aber, wie wäre es denn damit, mit Radgeneratoren Strom für die Anlage (mit) zu erzeugen (das jetzt-Magazin der Süddeutschen berichtete, vgl. http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/418277). Gut, das Bild in der Süddeutschen sieht nicht besonders nach Party aus:

…aber, wenn die Radgeneratoren läschich in´s Party-Konzept eingebaut werden, könnt´s klappen – und ich muss sagen, zu der Party unten im Video würde ich gern gehen. Schaut Euch das Video mal an, die Radszene kommt ziemlich zu Anfang (0:50 bis 1 Minute 6).

Nachtrag vom 26. August ´09: …und man kann natürlich mit dem Radantrieb einen leckeren Smoothie herstellen:


(Bildquelle und weitere Bilder: Bikes and the city. Und wer sich gleich so´n Ding kaufen möchte, schaut mal hier: rock the bike

Stylish auf´m Rad

Die „Chicks and Bike“-Facebook-Gruppe hat nun das 511te (!) Mitglied eingeworben: Mich. Auch gibt es den „Chicks and Bikes“-Blog mit vielen netten Mädchen auf Fahrrädern.

Da wir von der Nachhaltigkeits-Guerilla natürlich auch die Genderfrage ernst nehmen (vgl. hierzu z. B. den Erlebnisbericht vom 26.03.2009, Gender und Nachhaltigkeit) habe ich mich zähneknirschend aufgemacht auch nach „Cocks on Bikes“ Ausschau zu halten:

So, und wer jetzt ganz verrückt aufs (nackt-)Fahrrad fahren ist, der kann sich jetzt gleich den internationalen Protestaktionen für mehr Fahradwege anschließen (vgl. www.rp-online.de/public/bildershowinline/aktuelles/panorama/ausland/24490).

…oder selbst Fahrradwege markieren (vgl. hier).

Und für die Dame von Welt gibt es als echte Produktinnovation einen schicken Pumps zum einrasten auf der Rennradpedale.

So, genug geglotzt: Selber fahren ist angesagt!

Nachtrag vom 19. August 2009: Bei einem Posting, welches mit „Stylish auf dem Rad“ überschrieben ist, darf das Video „Performance“ natürlich keinesfalls fehlen:

Street Art and Social Movements

Mittlerweile besteht unsere Sammlung der „Grünen Strassenkunst“ aus ein paar wirklich schönen Unikaten. Auf der woostercollective habe ich heute eine wunderbare Auswahl aus dem Bereich, nennen wir ihn mal „Social Streetart“, entdecken können.

All diese Bilder können und sollen gar nicht über einen „Kamm geschert“ werden, doch bevor die Kategorisierung etc. begonnen werden kann (falls das überhaupt sein muss), soll auch hier zunächst einmal gesammelt werden.

Das das Ganze wieder eine Wissenschaft für sich ist, wird auf der wunderbaren Website „Just Seeds“ verdeutlicht… Schöne Seite zum reinkommen.

Schöne neue Welt

(Bildquelle: Banksy, wie soll es anders sein…)

„Slow motion statt fast forward“, Zeitlupe statt Turbo-Tempo, auf diese Formel lässt sich das neue Lebensgefühl bringen. Innere Ruhe ist in der virtuellen Welt jedoch schwer zu finden. (Quelle: Tagesspiegel). Stimmt, und im „urbanen Gewimmel“ findet man sie auch nicht unbedingt leichter.

Wären wir alle glücklicher, rauchend auf dem Biobauernhof (oder nicht-rauchend – noch besser). Manchmal denke ich schon, dann aber, gibt es wieder so lustige, spannende, real-urban Projekte, wie die corrotmobs (gerade gestern bei mir um´s Eck, oder die Guerilla-Wohnzimmer-Sache und wie es mir mein Mail-Account heute morgen mitteilte, sind da schon wieder ein paar Aktionen in der Pipeline (wie auch in unseren Schreibtischen, right?!)

Wir von der Nachhaltigkeits-Guerilla versuchen immer wieder das Beste im weiten Bereich „Urban Sustainability“ rauszuholen, mitzumischen, vorzustellen und manchmal auch zu „dissen“ (tja, muss auch mal sein).

Urban Nature hat das urbane und dennoch natur-vermissende Gefühl in Bilder gefasst. Wie ich finde, ein nettes Video zum Träumen.

Urban Nature from Alex Horner on Vimeo.

Global Warming goes Lifestyle

Wenn´s nicht so traurig wär: Die schönste Warnung zur globalen Erwärmung zeigt das Londoner Kreativ-Duo Ubik.

Anschauen, Welt retten!

One Bild-Leser a day

Einen Bild-Leser am Tag zur Nachhaltigkeit bringen – das soll unser neues Projekt sein. D.h. ich suche mir jeden Tag eine Bild-Schlagzeile raus, und versuche so zu reagieren, dass der Bild-Leser das Kommentar bei der Nachhaltigkeits-Guerilla zu lesen bekommt. Dabei sollen die Kommentare nicht besser-wisser-mäßig rüberkommen, sondern vielleicht einen neuen, weiteren Aspekt zum Thema beleuchten. Nicht akademisch, sondern, naja, vielleicht sogar auch ein wenig reisserisch.

Das soll so lange passieren, bis
(a) ich keine Lust mehr habe oder
(b) die Bild-Zeitung die Rubrik „One Nachhaltigkeits-Guerilla-Blog-Leser a day“ einführt oder
(c) eine grüne Bildzeitung erscheint und ich der Ressortleiter werde („Green Bild“, womit wir beim Projekt „Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte“ angelangt wären.)

…ich fange dann mal (als Einstieg für PARKOS) mit der Bild-Facebook-Gruppe an…

zieht SIE warm an!

Maik hat ja vor ner Weile schon mal einen wachsenden Trend namens Yarn Bombing vorgestellt. Dat Ganze hat natürlich auch Ursprünge in der Kunstwelt …

tree cozy von carol hummel

tree cozy von carol hummel

Die Künstlerin Carol Hummel hat 2005 ein besonders schönes Projekt in Ohio realisiert, dass ich euch nicht vorenthalten möchte. Ein ganzer Baum wurde in bunten Strick gehüllt: Hier trifft starke, männliche Borke auf samtig, weibliche Wolle. Och wie schön, da kribbelts mir doch direkt in den Finger …

„Tree Cozy is a tree – a natural object representing masculinity and strength –covered with a crocheted cozy – an emphatically handmade blanket representing femininity and comfort.“

Da ja nicht alle Bäume tatsächliche diese „maskuline Stärke“ ausstrahlen, sondern eher kümmerlich vor sich hin vegetieren, steckt in dieser Aktion noch viel mehr Potential. Für den kommenden Winter, könnt ihr schon mal anfangen zu stricken … für jeden kranken Baum gibt es Schal + Mütze.

Dann zeigt sich der jämmerliche Zustand der Baumwelt nicht nur in nackten Prozentzahlen, sondern auch mal ganz unmittelbar. Laut aktuellen Waldzustandbericht sind nämlich insgesamt 69% der deutschen Bäume von Schäden betroffen bzw. bedroht.

Na, wer hat Lust die nächsten Jahre dafür zu stricken?

Werbung für Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte

Puma verkauft jetzt den CO2-neutralen Turnschuh. Sixt-Autos tanken Wasser. Pepsi Cola Biokunststoff-Dosen zerfallen nach Cola-Genuss zu Torf. Car-Glas-Autoscheiben bestehen aus Farbstoffsolarzellen…

Werbung für Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte.

Projektidee: Wir wollen durch Werbung Nachfrage nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkten schaffen, die bisher noch gar nicht angeboten werden. Sprich: Wir schalten eine Werbung für z.B. den C02-neutralen Turnschuh o.ä. Wenn der Konsument diesen dann anfragt (bei Puma, Addidas, Nike etc.), wird er erfahren, dass es diesen Artikel nicht gibt. Nach und nach werden die Produzenten dann aber an einer Entwicklung feilen, da das Produkt ja scheinbar angefragt wird… Der Markt wird nach und nach mit „guten Produkten“ versorgt!

Konzept verstanden? Dann macht mit! Welche nachhaltigen Produkte sollte es Eurer Meinung nach geben? Wo steckt die Forschung fest, bzw. bremsen die Produzenten (Eurer Meinung nach) absichtlich? Welche utopischen Produkte könnt Ihr Euch vorstellen? Die beste Idee wird vermarktet!

Wir haben die Idee auch bei Sei-ein-Futurist eingestellt. Hier könnt Ihr auch für uns stimmen, um schon mal 1000 Euro für erste Werbeanzeigen etc. zu haben.

An dieser Stelle: Wer uns unterstützen möchte – bitte melden (sprich „Wir stellen Anzeigefläche für konkrete „Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte“ zur Verfügung; wir helfen beim Anzeigenentwurf, beim Spotdreh, stellen Plakatflächen zur Verfügung, machen Euch eine Produkt-Website etc.).

Noch mal zum Verständnis: Es soll also eine echte Werbekampagne entstehen für ein wünschenswertes Produkt, welches, wenn wir ordentlich die Werbetrommel schlagen evtl. sogar von einer Firma angeboten wird, weil es der Konsument will:

Konsument: „Hey, ich will den CO2-neutralen Turnschuh kaufen.“
Verkäufer: „Haben wir nicht“
Konsument: „Wie, habe ich doch in der Werbung gesehen?“
Verkäufer: „Haben wir trotzdem nicht“

Wenn das dann 100.000 mal passiert, wird sich Puma, Nike, Addidas oder wer auch immer irgendwann überlegen: „Na, wenn alle diese Leute den CO2-neutralen Turnschuh nachfragen, wird es wohl einen Markt geben – Jungs aus der Entwicklungsabteilung – haut rein!!!“ (Anm. der CO2-neutrale Turnschuh ist nur ein Platzhalter – denkbar wäre jede andere nachhaltige Produktvision)

Konzept jetzt klar?!

Nachtrag vom 06. Mai 2009: Wenn er nur etwas stabiler wäre…:

einfach mal runterkoMMen

Leider ist oft aLLes so schrecklich hektisch & stressig im deutschen Alltag. Als stiller Beobachter solcher Gefilde komme ich nicht drum herum, festzustellen, dass dieses unangenehme, ansteckende Individual-Gut meist 100% hausgemacht ist. Das verwundert: denn Brot können wir nicht backen, aber ein handgemachter, feiner Stress-Flash ist immer drin. Der schlägt dann noch – o weh – aufs Gemüt und sättigt dabei aLLein die Psyche mit unnahrhäftigstem fAst-food.

Es ist schwierig den handgemachten Bösewichten zu entrinnen. Denn ist der hekTICK erst einmal viral verbreitet , ist man meist in Windeseile von allen Seiten eingeklemmt. Wie kann man sich nur daraus befreien? … um sich schlagen, wegmeditieren, in Panik verfallen?

Macht ER jetzt noch ne Stunde mehr Yoga in der Woche und sprintet danach doch wieder jeder dahergelaufenen S-Bahn hinterher? nEE kann ER nicht, kriegt ER nicht hin. Da ist nämlich noch ein anderer ER, der pünktlich zu seinem Yoga-Kurs kommen will. Doch BEIDE haben erstmal Ruhe – Gehirnerschütterung – 2 Wochen Bettruhe.

Schön, wenn ab und an ein ALL-Tag drin ist – dem Dilemma einfach schwebend entkommen – auf ins ALL! Da ist dann ALLes egal und damit nicht mehr wichtig. Außerdem kann man sich dort überALL umgucken und ALLerlei beobachten. Dort sieht der stressgeplagte Beobachter andere Länder, andere Leute, andere Lebensarten und muss feststellen: dass Überflüssigkeit und Energieverschwendung eigentlich gar nicht nötig sind. Warum nicht die überschüssige und verschwendete Energie einsetzen und Veränderung selber machen? oRiginal handgemacht am eigenen Ich.

Ey relax man … enjoy your life … welcome. ankommen. los sofort … zack zack – auf Befehl.

Mmh … geht auch so irgendwie nicht. Doch hat man einmal Glück und erwischt – in sha’allah – einen findigen Tag und den richtigen Schneid – dann kann man manchmal, in Phasen der Besinnung – den ALL-Tag im Alltag entdecken.

In diesem Sinne sei nun ein kleines Filmchen bereit, uns zu amüsieren und das geschriebene Wort Revue passieren zu lassen.

[vom Nachhaltigen Filmblick 2007 – Der Verrückte (El Loco)]