Jahr und Tach

Ach Mensch, fast hätten wir´s vergessen. Unser Baby wird ein Jahr alt. Vor einem Jahr (und einem Tag, um genau zu sein) hat dieser Blog das Licht der Welt erblickt. Unser, sagen wir, Taufpate Sebastian hat uns damals als Erster willkommen geheissen und Lukas hat die Geburt eingeleitet. Vielen Dank Euch dafür!

Alles ist ein wenig anders geworden, als damals geplant – letztendlich bin ich mit der Entwicklung allerdings ganz zufrieden. Die Nachhaltigkeitsguerilla hatte sich zunächst vorgenommen, ein Art Nachfolgeprojekt vom Nachhaltigen Filmblick anzuleiern und neue Spots zum Thema Nachhaltigkeit zu fabrizieren. Und da kein Geld da war, aber natürlich auch, um auf aktuelle Trends zu reagieren, beschlossen wir, das die Idee mehr zählt als die technisch perfekte Umsetzung von Spots.

Stattdessen nutzen wir ´die Web2.0´-Medien, um unsere Gedanken und Ideen zum Thema Umwelt und Soziales günstig und effektiv zu verbreiten. Sei es durch per Handkamera abgefilmte Aktionen, durch bissige Texte, durch `Gedankenkollagen`… Verbreitung finden gute Ideen im Netz heutzutage, gott seit dank, wenn die Idee kreativ, charmant und evtl. provokativ und immer auch authentisch ist, fast von ganz allein. Uns ist wichtig, dass sowohl Nachhaltigkeits-Experten interessiert sind, als auch dass Einsteiger einen Weg in die Nachhaltigkeits-Diskussion finden – auch wenn sie nicht von Anfang an wissen, dass es um Nachhaltigkeit geht, bzw. sich zunächst (nur) für Street-Art, Guerilla-Aktivismus etc. interessieren und nach und nach auf das Thema Nachhaltigkeit gelenkt werden.

Zwischendurch wollten wir eine Firma gründen, mussten uns zanken, mussten neue Leute gewinnen und von Ex-Mitstreitern verlassen werden etc. pp.. Wir haben eine Menge gelernt, vieles Neues und Interessantes mitbekommen, eine Rikscha im Vereinsbesitz, eine erste kleine Förderung bekommen und ein wunderbares Netzwerk mit tollen Leuten aufgebaut. Ich würde sagen, das erste Jahr war great!

Ach, ja, und aus unserem kleinen Projekt wurde tatsächlich ein gemeinnütziger Verein mit allem PiPaPo…

Rikscha Rikscha

Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Meine große Vorliebe für die Fahrrad-Rikscha (vgl. z. B. „Ganz in weiss mit einem ökologischen Rucksack“ bzw. „Gute Seiten, schlechte Seiten in Berlin“ oder auch die allgemein „Fahrrad-affinen“ Eintragungen wie Ride on, Punk und Stylish aufm Rad.

Das ist natürlich zum einen meiner persönlichen Vorliebe zu „verdanken“. Andererseits trifft es meiner Meinung nach auch den Schnittpunkt zu den Themen „Nachhaltige CO2-neutrale Mobilität“, Entschleunigung, Lokales Handeln, Transition Town und das Ende der fossilen Brennstoffe, Energieautonomie, alternative Mobilität etc., autofrei wohnen, „Urbanität und Nachhaltigkeit“ und nachhaltiger Lebensstil.

Gleichzeitig kann die Fahrrad-Rikscha natürlich auch soetwas wie „Arm-Reich“ symbolisieren, zwischen „Master und Servant“ etc.


(Fahrrad-Rikscha als Symbol von „arm/reich“; Bildquelle: www.rikscha-rikscha.de)


(Fahrrad-Rikscha als Symbol von Hörigkeit und „Master&Servant“; Bildquelle: wikimedia.org)

Unlängst gab es zum gesamten Themenspektrum die Ausstellung „Rikscha Rikscha“, letztmalig ausgestellt 2005 in Neckarsulm. Die Ausstellung ist übrigens buchbar! Falls also jemand Interesse hat…

Fahrrad-Rikschen sind natürlich nicht erst seit Velotaxi in Europa eingerollt (wenn auch Velotaxi die Fahrradrikscha in Europa wieder bekannt gemacht hat).


(Velotaxi im Einsatz, hier bei einer Hochzeit in Berlin-Zehlendorf)

Dass es allerdings bereits 1942 als chick galt, mit einer (Rennrad-)Fahrradrikscha einen Bummel zu machen, dass habe ich erst heute dank dem wunderbaren Blog Lolilas gelernt.


(Lolita in der Fahrradrikscha, Paris 1942, man beachten die Warteschlange der „Rikscha-Kollegen“ im Hintergrund; Bildquelle: www.lolita.se)

Lange Rede kurzer Sinn: Nun hat sich auch die Nachhaltigkeits-Guerilla eine eigene Fahrrad-Rikscha zugelegt, sozusagen der Rainbow-Warrior für die Stadt (ist also auch wunderbar zu Demonstrations- und Protestzwecken oder auch zum Blumentransport, Stichwort „Urban Gardening“ zu gebrauchen).


(Die Rikscha als Protestmobil; Bildquelle: Greenpeace)

Zur zeit, und da möchte ich natürlich noch nicht allzu viel vorwegnehmen, arbeiten wir am „Werbung für Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte“-Projekt, um das jeweilige Produkt dann auf der Rückwand der Fahrrad-Rikscha zu bewerben (Stichwort: Mobile Aussenwerbung bzw. auch Verkehrmittelwerbung). Es bleibt also spannend….

Buchstaben für die gute Sache


(„L“ wie „Lachen hilft heilen“; Bildquelle: lachenhilftheilen.de)

Es gibt viele Buchstaben, die der guten Sache nütztlich sein können. Da wäre bspw. das „A“ wie Amnesty International, das „B“ wie Betterplace, das „C“ wie Connectica e.V., „D“ wie Deutsche Liga für Menschenrechte, „E“ wie Exilio (Hilfe für Flüchtlinge und Folterüberlebende), „F“ wie „Frauen helfen Frauen“, „G“ wie Gom Culture Point, „H“ wie Hundenothilfe, „I“ wie die Intitative Hilfe zum Leben, „J“ wie J Lo (who lent a hand to the March of Dimes foundation), „K“ wie Kekeli e.V., „L“ wie Lachen hilft heilen, „M“ wie Mensch und Leben, „N“ wie die Nachhaltigkeitsguerilla oder auch Netzwirken, „O“ wie die ostwesfalener Blickkontakte, „P“ wie der Pink Channel


(„J“ wie J Lo – hier beim Fototermin für die Dime Foundation; Bildquelle: www.celebrity-gossip.net)


(„P“ wie Pink Channel; Bildquelle: Pink Channel)

„Q“ wie q-cycles, die zwar kein gemeinnütziger Verein sind, aber dafür das Volksvelomobil eingeführt haben und deshalb in Sachen „nachhaltiger Mobilität“ ganz vorne sind, „R“ wie Rückenwind (Arbeits- und Sozialprojekte Brandenburg), „S“ wie „Spenden Sie ein Lächeln“, „T“ wie Terre des hommes, „U“ wie Unser Sasel, „V“ wie Via e. V., „W“ wie Wunschinsel, „X“ wie Straight X, „Y“ wie Yomoso und „Z“ wie Zwombel.


(„X“ wie Straight X: Vegan Straight Edge Konzert in Innsbruck)

Und all diese Buchstaben werden nun meistbietend versteigert und zwar an die Nicolaidis Stiftung sowie an die Betreiber der Website Krebs-Kompass.de.

Das halte ich für eine gute Idee und möchte die Initiative gern unterstützen. Alle Gebote können bei Ebay abgegeben werden: Ebay-Gebote für „Buchstaben für die gute Sache“

Sustainable Guerilla Activism Stencil Store

Anlass zu diesem Posting ist eine Pressemitteilung, die mich gestern erreichte: Everyday is like sunday – Kreuzbergs erster „Green Fashion“-Store eröffnet. Schön. Vor ein paar Wochen erreichte mich eine ganz ähnliche Pressemitteilung: Lilli Green eröffnet Ladengeschäft und Online-Shop für nachhaltiges Design. Auch schön.

Und was gibt´s dort: Eco-Pullis und -Öle („Everyday is like sunday“) und Hirschgeweih im Bilderrahmen und anderer Eco-Design-Stuff („Lilli Green“).

Ich glaube, da gibt es noch mehr Läden, die grad in Berlin eröffnen, die aber wahrscheinlich nicht weiter erwähnenswert sind (ups, habe ich da was Falsches geschrieben? Ich lasse mich gern bekehren).

Mehr Info zu den Stores findet Ihr bei My Man Sebastian Backhaus und zwar hier.

Was mir bei den beiden erwähnten Stores fehlt, sind Dinge für den täglichen Aktivisten-Bedarf, wie Samenfrikadellen (vgl. hier), Vorlagen für „Stencils with a message“ (vgl. hier oder auch hier, hier, hier und hier).

Weiterhin stelle ich mir noch ein Energie-Erzeugungs-Fahrrad vor, um nach einer gelungenen Aktion noch ein wenig zu feiern (vgl. hier), Schablonen um Fahrradwege zu markieren (samt ökologischer weisser Farbe / vgl. hier) oder auch einfach nur einen leistungsstarken Kärcher oder meinetwegen auch Moos (vgl. hier).

Auch könnte ich mir Liederbücher zum Mitsingen vorstellen, um revolutionäre Lieder zu trällern (vgl. hier) oder Liegen auf Rollen, um der Welt zu ironisch vor Augen zu halten, dass nicht alles immer „to-go“ sein muss (vgl. hier und hier).

Ich wünsche mir ökologischen Zwiebelkuchen für einen Euro und fünfzig Cent (vgl. hier) und ökologische Surfbretter, um aus dem Arbeitsalltag zu entfliehen (vgl. hier und hier).

Ich könnte mir auch ´nen CO2-neutralen Turnschuh vorstellen, um beim nächsten Eco-Run dabei zu sein (vgl. hier und hier), Umbauanleitungen vom Auto zum Fahrrad (vgl. hier) oder auch von IKEA-Zeugs, um nicht jedes Jahr was Neues kaufen zu müssen (da war Green Lilli schlau: have a look).

Ein Laden, der Guerilla-Kochzangen verkauft (vgl. hier), falls Jan Delay nach seiner Aktivisten-Aktion Hunger auf Grillobst bekommt:

…oder vielleicht ein paar ökologische Vorhänge, um die S-Bahn zu schmücken (vgl. hier und hier) oder ein paar Guerilla-Masken (vgl. hier), um in der Öffentlichkeit nicht groß aufzufallen, oder ´ne Ritterrüstung, damit meine Klamotten nicht ständig in die Waschmaschine müssen, und wir somit Wasser sparen könnten (vgl. hier), oder Schlauchboote, um gegen die globale Erwärmung zu protestieren (vgl. hier) und und und….

Wenn es all diese Dinge gibt (und noch viel mehr), dann komme ich gern mal in Eure Stores vorbei! Oder moment mal – vielleicht machen wir selbst einen auf!?!

Stylish auf´m Rad

Die „Chicks and Bike“-Facebook-Gruppe hat nun das 511te (!) Mitglied eingeworben: Mich. Auch gibt es den „Chicks and Bikes“-Blog mit vielen netten Mädchen auf Fahrrädern.

Da wir von der Nachhaltigkeits-Guerilla natürlich auch die Genderfrage ernst nehmen (vgl. hierzu z. B. den Erlebnisbericht vom 26.03.2009, Gender und Nachhaltigkeit) habe ich mich zähneknirschend aufgemacht auch nach „Cocks on Bikes“ Ausschau zu halten:

So, und wer jetzt ganz verrückt aufs (nackt-)Fahrrad fahren ist, der kann sich jetzt gleich den internationalen Protestaktionen für mehr Fahradwege anschließen (vgl. www.rp-online.de/public/bildershowinline/aktuelles/panorama/ausland/24490).

…oder selbst Fahrradwege markieren (vgl. hier).

Und für die Dame von Welt gibt es als echte Produktinnovation einen schicken Pumps zum einrasten auf der Rennradpedale.

So, genug geglotzt: Selber fahren ist angesagt!

Nachtrag vom 19. August 2009: Bei einem Posting, welches mit „Stylish auf dem Rad“ überschrieben ist, darf das Video „Performance“ natürlich keinesfalls fehlen:

Street Art and Social Movements

Mittlerweile besteht unsere Sammlung der „Grünen Strassenkunst“ aus ein paar wirklich schönen Unikaten. Auf der woostercollective habe ich heute eine wunderbare Auswahl aus dem Bereich, nennen wir ihn mal „Social Streetart“, entdecken können.

All diese Bilder können und sollen gar nicht über einen „Kamm geschert“ werden, doch bevor die Kategorisierung etc. begonnen werden kann (falls das überhaupt sein muss), soll auch hier zunächst einmal gesammelt werden.

Das das Ganze wieder eine Wissenschaft für sich ist, wird auf der wunderbaren Website „Just Seeds“ verdeutlicht… Schöne Seite zum reinkommen.

Naschen was nachwächst

Laut Vereinssatzung haben wir uns u.a. auch (und da zitiere ich) „der Bildungsarbeit zu den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen bei Ideen und Umsetzung von Spots und Aktionen, Vorstellung unserer Projekte in Schulen und Hochschulen, bei anderen Vereinen, Stadteilarbeit, Bildungs- und Informationsarbeit an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen“ verpflichtet.

Am letzen Wochenende hatten wir nun auch endlich eine Chance dazu: Der IPU-KONGRESS #33 vom 02. bis 05. Juli 2009 auf Burg Feuerstein stand unter dem Motto „Go for Action! – Aktiv werden für Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ – und: Wir wurden eingeladen, einen Workshop zu geben.

Unser Thema war eine kleine Fotokampagne, die in kürzester Zeit und ohne Budget, direkt vor Ort „erledigt“ werden konnte. Heraus kam eine kleine Kampagne zum Thema „Nachhaltiger Konsum“ und „regionaler Anbau“.

Als erstes haben wir das Beerengebüsch mit dem Slogan „Naschen was nachwächst“ ausgerüstet. Die Nascherei konnte also beginnen. Weitere Motive wurden von den Teilnehmern nachgespielt. Aber seht selbst:

 

Tja, was soll ich sagen. Wir hatten einen Riesen-Spass und herausgekommen ist, wie ich finde, eine schöne Motivkampagne. Jetzt geht´s ans verteilen und bekannt machen! Helft alle mit! Ach ja, und vielen Dank an meine Workshopteilnehmer! Ohne Euch hätte ich schön doof dargestanden!

Mehr Informationen zur Initiative Psychologie und Umwelt (IPU) und zum Kongress findet Ihr hier: www.ipu-ev.de

PS. Gern bin ich beim nächsten Mal wieder dabei. Oder auch bei anderen Veranstaltungen?! Einfach melden, bitte! Danke!

Sind Eier vegan???

Wer in L.A. schön „vegan“ essen gehen mag, hat die Wahl: es gibt zahlreiche „vegane“ Restaurants und Fast-Foods. Also so nennen sie sich jedenfalls. Wer aber tatsächlich vegan – also komplett ohne tierische Produkte – was bestellen will, hat es in Wahrheit schwer. Was tierische Produkte ersetzen sollte, ist… tierisch!

QuarryGirl.com schickte nämlich verdeckte Ermittler durch die selbsternannten veganen Landschaft L.A.’s und konnte nach aufwändigen Labortests folgendes feststellen:

Das Eiweiß ist in vielen Fällen kein Seitan oder Tofu, sondern kommt eigentlich aus Ei und sonstigen tierischen Produkten. Warum? Weil es besser schmeckt!

Spass beiseite stehen diese nichtveganen Zutaten tatsächlich nicht auf den Warenaufklebern im Lagerraum. Die Restaurantbetreiber beziehen mit gutem Gewissen vegan etikettierte Produkte. Allerdings werden Waren beispielsweise aus Taiwan für den Export neubeschriftet. Da kann ein Fehler schnell passieren…

Grün suchen

Bei der letzten Sitzung des Potsdamer Klimarats wurde eine Internetsuchmaschine vorgestellt, mit der man pro Suche 0,1 m² Regenwald retten kann. Derzeit wird durch die Naturschutzorganisation „The Nature Conservancy (TNC)“ Regenwald im Süden von Costa Rica auf der Halbinsel „Osa“ gerettet. Dort wird ein 40.000 Hektar großer Naturschutz-Korridor zwischen zwei bereits bestehenden Naturschutzgebieten errichtet. Eine Bildergalerie der Region gibt es hier.

Ich mag natürlich ganz besonders den kleinen Affen in der Liane – und Bäume pflanzen finde ich ja eh super. Aber das ist wieder eine andere Geschichte … Danke für den Tipp, Lukas!

Besser nutzen: PCs, Kleider, Fahrräder, Konsumgüter, Möbel, Kunst, Rohstoffe

Eigentlich ja ein Grundgedanke der Umwelt- und Nachhaltigkeits- bewegung. Reparieren, Nutzungsdauer verlängern, Produkte länger und „besser“ nutzen. Dazu gibt es am 19.06.2009 ein paar Workshops und Foren mit ganz praktischen Bezug, angefangen bei Tricks und Tipps zum Fahrräder reparieren, über die Herstellung von Möbeln aus „Restholz“ bis zur Wieder- und Weiterverwendung von ausgemusterten PCs. Eigentlich machen wir hier ja keine Ankündigungen, aber ich finde das Programm so schön naheliegend und es passt zum „Veränderung selber machen“ (sowohl die Workshops als auch die Videos). Mehr Infos gibt´s hier: www.besser-nutzen.de sowie bei der Grünen Uni und auf Amazee/ReUse-Movies und Amazee/enviralments.

Mehr Videos auf dem Re-Use Youtube-Kanal.