Ride on, Punk

Wir hatten das Thema schon öfters: Die CO2-neutrale Party. Jaja, gähn, gähn. Langweilig ist´s halt, wenn ein etablierter Club wie der Tresor (oh, liebe Tresor-Gänger, bitte nicht aufregen, Ihr seit natürlich NICHT so richtig etabliert, und Ihr müsst es Euch schon gar nicht von einem Öko like me sagen lassen, ich weiss, ich weiss). Aber das Konzept hinkt ein wenig: Ein Teil des Eintrittspreises wird für die Unterstützung von Klimaprojekten (z.B. Bau von Photovoltaik-Anlagen in Indien) bereit gestellt. Naja, kann man auch machen.

Aber, wie wäre es denn damit, mit Radgeneratoren Strom für die Anlage (mit) zu erzeugen (das jetzt-Magazin der Süddeutschen berichtete, vgl. http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/418277). Gut, das Bild in der Süddeutschen sieht nicht besonders nach Party aus:

…aber, wenn die Radgeneratoren läschich in´s Party-Konzept eingebaut werden, könnt´s klappen – und ich muss sagen, zu der Party unten im Video würde ich gern gehen. Schaut Euch das Video mal an, die Radszene kommt ziemlich zu Anfang (0:50 bis 1 Minute 6).

Nachtrag vom 26. August ´09: …und man kann natürlich mit dem Radantrieb einen leckeren Smoothie herstellen:


(Bildquelle und weitere Bilder: Bikes and the city. Und wer sich gleich so´n Ding kaufen möchte, schaut mal hier: rock the bike

Naschen was nachwächst

Laut Vereinssatzung haben wir uns u.a. auch (und da zitiere ich) „der Bildungsarbeit zu den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen bei Ideen und Umsetzung von Spots und Aktionen, Vorstellung unserer Projekte in Schulen und Hochschulen, bei anderen Vereinen, Stadteilarbeit, Bildungs- und Informationsarbeit an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen“ verpflichtet.

Am letzen Wochenende hatten wir nun auch endlich eine Chance dazu: Der IPU-KONGRESS #33 vom 02. bis 05. Juli 2009 auf Burg Feuerstein stand unter dem Motto „Go for Action! – Aktiv werden für Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ – und: Wir wurden eingeladen, einen Workshop zu geben.

Unser Thema war eine kleine Fotokampagne, die in kürzester Zeit und ohne Budget, direkt vor Ort „erledigt“ werden konnte. Heraus kam eine kleine Kampagne zum Thema „Nachhaltiger Konsum“ und „regionaler Anbau“.

Als erstes haben wir das Beerengebüsch mit dem Slogan „Naschen was nachwächst“ ausgerüstet. Die Nascherei konnte also beginnen. Weitere Motive wurden von den Teilnehmern nachgespielt. Aber seht selbst:

 

Tja, was soll ich sagen. Wir hatten einen Riesen-Spass und herausgekommen ist, wie ich finde, eine schöne Motivkampagne. Jetzt geht´s ans verteilen und bekannt machen! Helft alle mit! Ach ja, und vielen Dank an meine Workshopteilnehmer! Ohne Euch hätte ich schön doof dargestanden!

Mehr Informationen zur Initiative Psychologie und Umwelt (IPU) und zum Kongress findet Ihr hier: www.ipu-ev.de

PS. Gern bin ich beim nächsten Mal wieder dabei. Oder auch bei anderen Veranstaltungen?! Einfach melden, bitte! Danke!

Freiheit für Börsianer

Thelma & Louise haben ein Anliegen: Sie wollen gegen Vogelgrippe geimpft werden!


(Bildquelle: chicken.sit-livecam)

Alle anderen Hühner der „Chicken-Webcam“ scheinen recht zufrieden zu sein.

Schön, dass es auch sowas noch gibt (neben diesen ganzen Schreckensbildern der Legebatterien).

(Bildquelle: igb.fraunhofer)

Ich kann mir nicht helfen, aber ein bisschen erinnert mich die Gegenüberstellung „Glückliches Huhn“ / „Trauriges Huhn“ an die folgende BilderGegenüberstellung:


(Bildquelle: Die Welt)


(Bildquelle: Pamela Anderson – danke Pam – falls Du für Deinen Blog mal ein Foto von meinen Freunden und mir in Badehose brauchst – sag einfach bescheid!)

So gesehen fordere ich: „Freiheit für Börsianer!“, „Keine menschenfeindliche Massenmenschhaltung!“, „Freiheit für alle Büroangestellten!“…

Schöne neue Welt

(Bildquelle: Banksy, wie soll es anders sein…)

„Slow motion statt fast forward“, Zeitlupe statt Turbo-Tempo, auf diese Formel lässt sich das neue Lebensgefühl bringen. Innere Ruhe ist in der virtuellen Welt jedoch schwer zu finden. (Quelle: Tagesspiegel). Stimmt, und im „urbanen Gewimmel“ findet man sie auch nicht unbedingt leichter.

Wären wir alle glücklicher, rauchend auf dem Biobauernhof (oder nicht-rauchend – noch besser). Manchmal denke ich schon, dann aber, gibt es wieder so lustige, spannende, real-urban Projekte, wie die corrotmobs (gerade gestern bei mir um´s Eck, oder die Guerilla-Wohnzimmer-Sache und wie es mir mein Mail-Account heute morgen mitteilte, sind da schon wieder ein paar Aktionen in der Pipeline (wie auch in unseren Schreibtischen, right?!)

Wir von der Nachhaltigkeits-Guerilla versuchen immer wieder das Beste im weiten Bereich „Urban Sustainability“ rauszuholen, mitzumischen, vorzustellen und manchmal auch zu „dissen“ (tja, muss auch mal sein).

Urban Nature hat das urbane und dennoch natur-vermissende Gefühl in Bilder gefasst. Wie ich finde, ein nettes Video zum Träumen.

Urban Nature from Alex Horner on Vimeo.

Geil – Wir sind CO2-Neutral.

[collage by n-guerilla] cc by spnr

Wir habens geschafft. Unser Blog läuft nun endlich DOPPELT CO2-neutral. Um das zu schaffen, haben wir zunächst unseren CO2-Aufwand in einer wahnsinnig komplizierten Formel ausgerechnet. Eingeschlossen sind natürlich auch Kaffee, Bier, Wein, Rechercheaufwand und Maik’s Porno-Konsum. Dann haben wir ein Ackerrand besetzt und dort auf 50m² Petersilie geplanzt. Der eigentliche Clou: Wir verdauen jetzt sogar den eingefangenen Kohlenstoff!

Die Nachhaltigkeits-Guerilla bietet Euch einmaliges Angebot an: Wir pflanzen KOSTENLOS Petersilie für Euch, um Euren Internetkonsum CO2-Neutral zu machen! Einfach eine Mail mit Eurem Namen & einer kurzen Info zu Eurem durchschnitllichem Internetkonsum an action(at)nachhaltigkeits-guerilla.de …

… und dafür braucht ihr auch keine Werbung für uns machen, alles total selbstlos, idealistisch und janz ohne schlechtet Gewissen … wir halten sogar die LUFT für euch an! Demnächst bei Eurer Nachhaltigkeits-Guerilla …

Jeans: Import-Schlager aus China und Bangladesch

Deutschland führt die Hitparade bei Jeans-Importen aus China und Bangladesch an, veröffentlichte heute das Statistische Bundesamt. Mehr als die Hälfte aller nach Deutschland importierten Jeans stammen damit aus den beiden Ländern. Eine traurige Erstplatzierung vor der Türkei, Pakistan, Tunesien und Italien.

Jeans sind beliebt, keine Frage. Außer Dita von Teese ist mir niemand bekannt, der keine Jeans trägt. Wer Jeans und die Umwelt gleichermaßen liebt, sollte sich allerdings für ein Modell aus Bio-Baumwolle und fairem Handel entscheiden, z.B. von Edun oder Kuyichi. Wer seine Jeans schon so lange und innig liebt, dass sie fast auseinander fällt, kann sich über den aktuellen Destroyed Look freuen und sie beherzt weitertragen. Macht Johnny Depp übrigens seit Jahren. Wer mit Jeans gut versorgt ist, aber trotzdem was kaufen will, erwirbt am besten einen Baum. Und wer gar nichts kaufen will, genieße die Sonne – ab morgen solls Regen geben. Das wäre wiederum gut für den frisch gepflanzten Baum …

Vandana Shiva: „Gärtnern kann die Welt retten“

Die indische Umweltaktivistin Vandana Shiva im Gespräch mit Spiegel Online über den Umgang in Deutschland mit der Wirtschaftskrise und ihren Vorschlag, statt Banken zu retten, lieber Bäume zu pflanzen. Hier gehts zum kompletten Interview.

Dann mal los! Wenn schon Konsum, dann bitte Baumkonsum – Bäume gibt es zum Beispiel hier. Wer selber pflanzen will, geht am besten in den nächsten Gartencenter (der Unglaubliche Holk gibt zur Not Tipps zur Fauna in ebendiesen).

One Bild-Leser a day

Einen Bild-Leser am Tag zur Nachhaltigkeit bringen – das soll unser neues Projekt sein. D.h. ich suche mir jeden Tag eine Bild-Schlagzeile raus, und versuche so zu reagieren, dass der Bild-Leser das Kommentar bei der Nachhaltigkeits-Guerilla zu lesen bekommt. Dabei sollen die Kommentare nicht besser-wisser-mäßig rüberkommen, sondern vielleicht einen neuen, weiteren Aspekt zum Thema beleuchten. Nicht akademisch, sondern, naja, vielleicht sogar auch ein wenig reisserisch.

Das soll so lange passieren, bis
(a) ich keine Lust mehr habe oder
(b) die Bild-Zeitung die Rubrik „One Nachhaltigkeits-Guerilla-Blog-Leser a day“ einführt oder
(c) eine grüne Bildzeitung erscheint und ich der Ressortleiter werde („Green Bild“, womit wir beim Projekt „Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte“ angelangt wären.)

…ich fange dann mal (als Einstieg für PARKOS) mit der Bild-Facebook-Gruppe an…

Werbung für Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte

Puma verkauft jetzt den CO2-neutralen Turnschuh. Sixt-Autos tanken Wasser. Pepsi Cola Biokunststoff-Dosen zerfallen nach Cola-Genuss zu Torf. Car-Glas-Autoscheiben bestehen aus Farbstoffsolarzellen…

Werbung für Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte.

Projektidee: Wir wollen durch Werbung Nachfrage nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkten schaffen, die bisher noch gar nicht angeboten werden. Sprich: Wir schalten eine Werbung für z.B. den C02-neutralen Turnschuh o.ä. Wenn der Konsument diesen dann anfragt (bei Puma, Addidas, Nike etc.), wird er erfahren, dass es diesen Artikel nicht gibt. Nach und nach werden die Produzenten dann aber an einer Entwicklung feilen, da das Produkt ja scheinbar angefragt wird… Der Markt wird nach und nach mit „guten Produkten“ versorgt!

Konzept verstanden? Dann macht mit! Welche nachhaltigen Produkte sollte es Eurer Meinung nach geben? Wo steckt die Forschung fest, bzw. bremsen die Produzenten (Eurer Meinung nach) absichtlich? Welche utopischen Produkte könnt Ihr Euch vorstellen? Die beste Idee wird vermarktet!

Wir haben die Idee auch bei Sei-ein-Futurist eingestellt. Hier könnt Ihr auch für uns stimmen, um schon mal 1000 Euro für erste Werbeanzeigen etc. zu haben.

An dieser Stelle: Wer uns unterstützen möchte – bitte melden (sprich „Wir stellen Anzeigefläche für konkrete „Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte“ zur Verfügung; wir helfen beim Anzeigenentwurf, beim Spotdreh, stellen Plakatflächen zur Verfügung, machen Euch eine Produkt-Website etc.).

Noch mal zum Verständnis: Es soll also eine echte Werbekampagne entstehen für ein wünschenswertes Produkt, welches, wenn wir ordentlich die Werbetrommel schlagen evtl. sogar von einer Firma angeboten wird, weil es der Konsument will:

Konsument: „Hey, ich will den CO2-neutralen Turnschuh kaufen.“
Verkäufer: „Haben wir nicht“
Konsument: „Wie, habe ich doch in der Werbung gesehen?“
Verkäufer: „Haben wir trotzdem nicht“

Wenn das dann 100.000 mal passiert, wird sich Puma, Nike, Addidas oder wer auch immer irgendwann überlegen: „Na, wenn alle diese Leute den CO2-neutralen Turnschuh nachfragen, wird es wohl einen Markt geben – Jungs aus der Entwicklungsabteilung – haut rein!!!“ (Anm. der CO2-neutrale Turnschuh ist nur ein Platzhalter – denkbar wäre jede andere nachhaltige Produktvision)

Konzept jetzt klar?!

Nachtrag vom 06. Mai 2009: Wenn er nur etwas stabiler wäre…:

VERZ*CHT

 
(Idee: Maik Eimertenbrink)

„Du und Du, ihr dürft nicht vergessen, es handelt sich um konkrete Poesie, eine Poesie, die konsumierfeindlich, mit anderen Worten, die Aktivität der Lesenden verlangt, wenn auch der Freiraum, der zur Verfügung steht, seiner Ausgesetztheit (der gewaltigen Macht des Konsumsogs gegenüber) begrenzt ist.“
(aus Claus Bremer: Farbe bekennen – Mein Weg durch konkrete Poesie, Zürich, 1983. S. 49)

Reclaim-the-Streets-Anleitung: …einfach jeden Buchstaben einzeln anklicken, ausdrucken, aufkleben (Wer´s größer mag, muss es größer machen – wird dann ein wenig pixeliger, schadet aber nicht). Aber bitte immer vorher den Wandbesitzer fragen (…)

(Inspiriert durch Art Vandalay: Graffiti – Vandalismus mit poetischem Potential – Urbane Graffiti im Vergleich mit konkreter und visueller Poesie, Berlin, 2008)

Update vom 12. Mai 2009:
…ein schönes Schablonen-Graffiti zum Thema Gesellschaft und Vandalismus…: