Digital Begging: mal etwas Freestyle-Betteln?

(‘Lazy Beggers’, Quelle: http://lazybeggers.net23.net)

Kreuzberg. Fünf Stationen mit der U1 in Berlin. Eine Ansammlung der Ärmlichkeit? Ein Schmelztiegel der Gesellschaft. Ein Geben und Nehmen. Arm trifft auf Zugezogen.

„Wer möchte die aktuelle Ausgabe der Motz kaufen?“ „Wer kann Kleingeld für eine warme Mahlzeit geben?“

Auch in Parks, Straßencafés und Bars dauert es nicht lange, bis man eine freundliche Spendenaufforderung erhält. Der Helferinstinkt springt automatisch an, doch da er zehn mal am Tag anspringt, springt er auch bald leider wieder ab.

Von unserer Un-Fähigkeit des Nicht-Handelns.

Allen Aufforderungen nachzukommen, das schafft selbst der sozialste Mitbürger nicht. Das Problem – wie in einer jeder Großstadt – ist das oberflächliche Netz, indem wir uns tagtäglich bewegen und welches Baudelaire als „Ennui“ bezeichnet. Diese Sphäre – bestehend aus einer Ansammlung indifferenter, fremder Personen – erzeugt einen starken Gegensatz zwischen unserem Inneren und dem Äußeren. Das nicht zu vermeidende Ergebnis in großen Städten: Langeweile und Ignoranz!

Schwierig wird es, wenn wir eigentlich spenden wollen, aber nicht mehr wissen, wem wir was geben sollen und möchten. Im Alltag sind wir durch die Überkomplexität überfordert und das resultiert oftmals darin, dass wir keinem mehr was geben (können).

Weshalb sollten nicht auch Bettler zu Strategien der Aufmerksamkeit greifen und sich positionieren? Denn woher wissen wir warum wir dem Bettler am Kotti Geld für Essen (oder was auch immer) geben, und dem Bettler eine Ecke weiter aber nicht? Der Bettler muss eine Botschaft übermitteln und einen Zugang zu seinem Inneren herstellen, um sich von der Sphäre der Oberflächlichkeit zu unterscheiden. Die meisten Menschen eilen in wenigen Sekunden an ihnen vorbei, selbst wenn man mehrmals täglich vorbeiläuft. Eine tiefere Beschäftigung findet leider selten statt.

Die ersten Freestyle-Bettler:

Warum nicht die neuen partizipativen Möglichkeiten des Internets nutzen, in dem schließlich prinzipiell jeder zu Wort kommen kann? So machten es bereits die beiden Lazybeggers Lyndon Owen und José Manuel Calvo vor: “Wir sind Bettler des 21. Jahrhunderts“. Auf ihrer Website erhält man Einblicke in das Leben der zwei Cyber Bettler. In Fotogalerien kann man ihre Freunde, Hunde und die Bilder ihrer Reise bestaunen. Man erhält eine Ahnung von dem Leben der Bettler, ihren Persönlichkeiten und kann sich davon unterhalten lassen. Durch das Einbauen von Paypal ist der Schritt zum Spenden nicht weit. Die Facebook-Seite liefert aktuelle Infos über Owen und Calvo.

Chris Coon aus New York machte mit dem Projekt „Ask a Million“ sein Schicksal ebenfalls zum Beruf, was er als Social Experiment bezeichnet. Coon bittet nicht nur um Geld, sondern erhebt zudem noch Informationen, wie Alter, Geschlecht und Einkommen des Spenders. Er protokolliert wer ihm auf der Straße einen Dollar spendet und veröffentlicht seine Ergebnisse online. Zudem erfährt man mehr über die Geschichte von Chris Coon, seinen Lebensweg und seine Hürden. Durch diese Einblicke in seine Persönlichkeit schafft er einen emotionalen Zugang zu sich. Er nutzt sogar die Möglichkeit zweckgebundene Spenden zu generieren: wer möchte kann für einen Walmart-Gutschein spenden oder für Jacken und Schuhe (das Prinzip der zweckgebundene Spende wendet auch betterplace.org erfolgreich an).

Das Web als digitale Straße?

Transparenz der Spende trifft auf emotionalen Zugang. Das Internet, als dritter Raum zwischen Innen und Außen, kann es schaffen die großstädtische „Ennui“ zu überwinden. Neben Spenden können sich Obdachlose zudem ein Gehör für ihre Themen und Anliegen schaffen. Im Grunde könnte das Web zu einer metaphorischen „U1“ mit vielen Spenden-Buttons statt leeren Coffee-To-Go-Bechern und Pappschildern werden. Mit dem Unterschied, sich – ohne Eile – die Zeit nehmen zu können, sich mit den Personen, ihrem Leben und dem Verbleib der Spende zu beschäftigen.

Bedingung dafür ist jedoch die Sozialisierung von Obdachlosen mit dem Medium Internet und der Öffnung des viralen Raums für alle. Internetzugang und der Erwerb der entsprechenden Kenntnisse sind dafür im ersten Schritt nötig. Dank immer einfach werdenden Content-Management-Systeme und Bezahl-Systeme sollte es dann möglich sein, sich sein eigenes Sprachrohr zu schaffen. Die Initiative von Nachhaltigkeitsguerilla e.V. über kostenlosen Internetzugang für Obdachlose setzt hier an und ist bereits ein erster Schritt!

Was jedoch kein Medium dieser Welt jemals ersetzen kann, ist der erfreute Blick, nachdem man einen Euro in den leeren Coffee-To-Go geschmissen hat oder sein belegtes Brötchen abgegeben hat. Und dafür lohnt es sich doch nach wie vor, in der U1 den Blick zu heben, wenn es wieder heißt: „Wer kann Kleingeld für eine warme Mahlzeit geben?“

Die Company als guter Nachbar

Corporate Citizenship is the key. Stakeholder Value is the secret.

Im Jahre 2004, als frischgebackener Diplom-Kommunikationswirt, ging ich mit meinem tollen Konzept hausieren. Meine Mission: “Business-TV zur Steigerung des Stakeholder Values”. Zurerst muss mal herausgefunden werden, welche Ansprüche bestehen bei den Stakeholdern einer Company. Was will also das Volk von dem Unternehmen (ausser natürlich deren scharfen Produkte kaufen)? Wie kann sich eine Unternehmung abheben von der Konkurrenz? Wie auf sich aufmerksam machen, aber vor allem auch: Wie kann sich ein Unternehmen als guter Nachbar positionieren?

Corporate Citizenship is the Key.

Klar, das ist nichts Neues und jede Company hat das lääängst begriffen – jedenfalls die Abteilung für Corporate Citizenship und der Vortragende bei dem “Nachhaltigkeitscamp der DAX-Leader”.

Doch the real world spielt ein anderes Spiel.

Letztens gehe ich doch mit der Hohenschönhausener Roller-Crew von Geschäft zu Geschäft, um ein paar Preise für die Gewinner der Rolli-Meisterschaft zu akquirieren und, naja, das ‘Gute-Nachbar-Geschäftsmodell-aus-der-Chefetage’ ist noch nicht angekommen, meine Herren (laut Corporate Behaviour müsste es wohl ‘meine Damen und Herren aus der Chefetage’ heissen, aber das mit der Geschlechtergleichberechtigung wird wohl ebenso ein Fake sein, wie die Corporate Citizenship Lüge), denn der gestresste Lxdl-Manager empfing unsere Rolli-Crew mit den Worten “sowas machen wir gar nicht” (und das, obwohl es sich um eine Flasche Wein für den Sieger handelte, die wir als Sponsoringleistung gern empfangen hätten). Der Rxwe-Bursche war da schon zuvorkommender: “Ja, ich gebe Euch zwei Präsentkörbe, wenn Ihr uns ein paar Zeitungsausschnitte für unsere Aussendarstellung gebt”. Mit dem B. Z. – Artikel, “Wer rollt mit uns um die Wette?” in der Tasche, sollte es dann stolz in Richtung Rxwe gehen, doch dann kam der Anruf: “Wir ziehen unsere Präsentkörbe doch zurück – dürfen wir nicht”. Aha? Dürfen sie also nicht…

Komisch, dabei fordert ihr Chef doch lautstark eine Revolution im Lebensmittelhandel – CSR als Top-Thema (vgl. CSR-News unter diesem Link: http://csr-news.net/main/2008/06/19/rewe-chef-fordert-revolution-im-lebensmittelhandel-nachhaltigkeit-das-top-thema/

Hey Chef, kannste mal in der Filiale in Hohenschönhausen anrufen? Ein, zwei Präsentkörbe für die Gewinner des Rolli-Geschicklichkeits-Parcoures wären schon schön ;)

Viva la Revolution! Ach, ich nutze die Gelegenheit, um “Prince and the Revolution” zu promoten – und Prince meinte gewiss nicht die gefakte CSR-Revolution vom Rewe-Chef!

Prince – A Case of You [Live 1983] von Vilosophe

Die Ula kannste Dir schenken


(Bildquelle: per Mail von JoDi aus dem ULA-Store, 10.06.2011)

Ula wollen viele heissen: Der Deutsche Führungskräfteverband zum Beispiel (obwohl mir schleierhaft ist, wie man von ‘Deutscher Führungskräfteverband’ auf die Abkürzung ULA kommt….). ULA ist auch eine Abkürzung für ‘Uncommitted Logic Array, Logikschaltung‘. Das ist schon logischer. Gut, ULA steht auch für Unique Local Addresses, für United Launch Alliance und ULA ist auch ein Nebenfluss der Düna in Weissrussland. ABER: ULA ist zuallererst mal eine Umsonstlädin in Berlin und zwar der Zuallererste der Welt! ULA liegt am Einsteinufer 25 in Berlin und ist immer mi 17-19 und do 15-18 Uhr geöffnet. Alle Sachen sind hier geschenkt. Das finden wir toll und unkommerziell und deshalb gibts hier auch Werbung. Macht Euch gern selbst ein Bild unter http://ula.blogsport.de/

(Bildquelle: per Mail von JoDi aus dem ULA-Store, 10.06.2011)

Darf ich als Umweltschützer Regen sche*ße finden?

Mann, heute wäre der Tag gewesen, sich mal wieder diverse Inspirationen von gleich drei Veranstaltungen in Berlin zu holen: vom Langen Tag der Stadtnatur, von den 48 Stunden Neukölln und vom 3. interkulturellen Umwelt- und Gesundheitsfestival. Ich war da so durcheinander ob des reichhaltigen Angebots, dass ich das ‘Kulturlabor Trial & Error’ schon beim Twittern dem Stadtnatur-Programm zugeordnet hatte – und dann spielt das Wetter nicht mal mit!

Nach langem Hin und Her hatte ich mich entschieden, als Erstes das ‘Fest der Dinge’ am Karl-Marx-Platz zu besuchen. Als Re- bzw. Upcyclingprojekt versprach http://www.dasfestderdinge.blogspot.com immerhin: „Tauschen und Schenken, Workshops und Aktionen rund ums Ding. Ein Aufruf zum Mitmachen und Mitbringen!“

Aber bevor der Regen losbrach, hatte ich gerade mal Zeit, schnell durch die Reihen der Aussteller zu huschen und wenigstens noch so knapp ein Beweisfoto zu schießen. Das Angebot von http://www.trial-error.org konnte ich gar nicht mehr checken. :-(

48 Stunden Neukölln? HolK hielt's beim Fest der Dinge leider nur ein paar Minuten lang aus - wegen des Regens

48 Stunden Neukölln? HolK hielt's beim Fest der Dinge leider nur ein paar Minuten lang aus - wegen des Regens

Vom Regen in die Traufe

Auf dem Weg zur U-Bahn wurde es aber wettertechnisch dann doch noch mal besser. Zumindest goß es nicht mehr wie aus Kübeln. Also wollte ich kurz beim Umwelt- und Gesundheitsfestival auf dem Oranienplatz die Rap-Crew K.O. Muzik begutachten, die immerhin beim Plattenfest mit dem Motto ‘Rock fürs Klima’ in Marzahn den dritten Platz in der Kategorie ‘HipHop’ belegt hat. Unter http://www.plattenfest.com könnt ihr übrigens ihr Stück ‘Erde Feuer Wind Wasser’ hören und die Lyrics nachlesen. Darin heißt es zum Beispiel: „Sie pumpen Müll in unsere Meere, so als wären sie ein Scheißhaus./ Aber diese Welt ist ein Kreislauf.“

Und wer da auf der Website ist, kann auch gleich noch den Klima-Button drücken. Damit kann jeder ganz einfach etwas Gutes tun! Pro Klick werden 10 Cent an den ‘Zauberwald’ gespendet. Dahinter verbirgt sich ein Projekt vom ‘Orchester des Wandels’, das dort auch beschrieben wird: „In den ‘Gärten der Welt’ wird ein Wald gepflanzt – ein Märchenwald der Oper. So entsteht ein musikalischer Abenteuerspielplatz, in dem Natur und Kunst spielerisch begeistern. Zwischen Bäumen, den wahren Klimahelden, und Pflanzen können Groß und Klein dann auf die Pirsch gehen.“

Jedenfalls zurück zum Plan: Ich also zum Oranienplatz, kurz die ersten Buden angeschaut von unter anderem ‘Transition Town Berlin’ und ‘Bäume am Landwehrkanal e.V.’ und noch bevor die Rapper überhaupt auf die Bühne kamen, setze wieder der Regen ein. Damit war für mich das Ding gelaufen. Wieder ein Foto gemacht, dass ich es immerhin versucht habe – und dann ab nach Hause.

HolK vor K.O. Muzik im Hintergrund

K.O. Muzik rappen da ganz hinten auch über Öko-Themen - aber da war HolK schon vor dem Regen geflohen

Mal gucken, was als nächstes ansteht. Vorgemerkt ist auf jeden Fall schon das ‘Vegan Vegetarische Sommerfest’ auf dem Alexanderplatz am 30. Juli 2011, obwohl derzeit unter http://veggie-sommerfest.de noch gar kein Programm steht. Fänd’s gut, wenn K.O. Muzik da auftreten könnten – und ‘Trial & Error’ mit ihrem Kiezmobil vorbeischauen.

Alte Männer mit Bärten


(Gerhard, Pforzheim, Quelle: http://davemead.bigcartel.com/product/gerhard-of-pforzheim-germany)

Alte Männer mit Bärten, das sangen Tobi&Bo schon. Für sie waren die alten Männer 5 Sterne delüx. Doch irgendwann machen sich die alten Herren (und auch die vereinzelten jungen Damen, die bei uns an Bord sind) lächerlich bzw. sind nicht mehr so ganz authentisch (siehe der Otto-Normal-Verbraucher-Kiezbeirat).

Deshalb: Nieder mit den grauen Zöpfen und her mit den jungen Dingern! Wir wollen Platz machen für den Nachwuchs, erste Wege haben wir für Euch schon geebnet und wir gehen auch gern noch ein Stückchen mit Euch weiter – als Seniorenbeirat o. ä. Die Dinge mit dem Finanzamt etc. haben wir einigermaßen im Griff, Einladungen zu Vorträgen kommen immer mal wieder, Kooperationsangebote etc. pp. landen im E-Mail-Account.

Gibt es Leute unter Euch, die gern den Namen und die Idee dahinter vorantreiben wollen? Schickt Eure Ideen, wie Ihr Euch eine frische Nachhaltigkeits-Guerilla vorstellt. Stellt Euch vor in unserem verstaubten Laden und übernehmt die Ruder!

Marcel, unser Nesthäkchen, hat als einziger noch keinen grauen Bart und spricht noch Eure Sprache, also traut Euch und sagt ihm Eure Meinung, bzw. warum Ihr, Eurer Meinung nach, die neue Nachhaltigkeits-Guerilla seid! Kontakt über action@nachhaltigkeits-guerilla bzw. über die Kommentarfunktion.

Entplastifizierung der Neighborhood

Ich musste gleich an den alten Bodycount-Hit denken, als ich den Artikel ‘Jim Caparo: neue Lebensqualität für unsere Städte mit Community Development’ auf dem Netzwerk-Gemeinsinn-Blog gelesen habe (vgl. http://www.netzwerk-gemeinsinn.net/content/view/671/46/).

In dem Artikel wird beschrieben, dass z. B. Kindergarten-Mitarbeiterinnen ein unerschöpfliches Wissen über ihre Neighborhood, ihren Kiez, haben (Gespräche mit den Kindern und deren Mütter&Väter, Ausflüge, Arztermine im Kindergarten etc. pp), aber nach Feierabend nach Hause fahren und ihren Wohn-Kiez kaum kennen und dementsprechend auch nichts verändern dort.

Jim Caparo sammelt diese Informationen der ‘sozialen Alphatiere’ (wobei KindergärtnerInnen nur eine Sparte der sozialen Alphatiere sind; auch Elternbeiräte in den Schulen, Vorstände in Sportvereinen, Leiter von Gruppierungen in den Kirchen, Vertreter der Geschäftswelt etc. gehören dazu) und stellt eine Stärken-Schwäche-Analyse für die Nachbarschaft auf – mit dem Ziel, eine Vision zu erstellen, wie der Kiez in 10 Jahren aussehen kann und soll. Der Vision folgt dann der Leitfaden, wie man es dorthin schaffen kann.

Als Beispiel nennt Caparo Fragen, wie “Wie verbessern wir die Schulen?”, “Wie kriegen wir mehr Grün, Erholungsanlagen und Spielplätze in die Gegend?”, “Wo lassen sich die Verkehrsströme entzerren, mehr Sicherheit für Autofahrer und Fußgänger herstellen?”, “Wo gibt es baufällige Häuser und Wohnanlagen, und was muss passieren, um sie wieder in einen besseren Zustand zu versetzen?” und “Wie ist die medizinische Infrastruktur beschaffen und wo liegen darin die Schwachpunkte?”. In Berlin-Prenzlauer Berg könnte eine Frage heissen “Wie erreichen wir eine Durchmischung unseres Kiezes? Wie erreichen wir eine Ent-Plastifizierung?”

Welche Fragen brennen Euch bzgl. Eures Kiezes bzw. Eurer Stadt, Eures Stadtteils, Eures Ortes auf der Zunge? In z. B. Bad Oeynhausen werden die Fragen sicherlich ganz anders aussehen als Berlin (in unserem Fall) oder in Chicago im Falle von Caparo.


(Parkplatzparty in Bad Oeynhausen)

Kleine Superhelden ganz groß: Big for Japan

Unsere Freunde von urbanophil veranstalten mit anderen tollen Leuten am 19. April 2011 ‘Big for Japan’. BIG FOR JAPAN ist ein Spendenabend zugunsten der Opfer des Tsunami und der Katastrophe in Fukushima.


(Superhelden-Fingerpuppen, Bildquelle: Artfire.com)

Der Abend beginnt mit einem Creature Club Spezial, in dem kleine Superhelden für Japan gebaut werden, die im weiteren Verlauf des Abends versteigert werden. Anschließend gibt es noch den Wim-Wenders-Film ‘Alice in den Städten’ usw usw

Also eine gut durchdachte Veranstaltung mit ‘Like-it-Button-Character’. Mehr erfahrt Ihr hier: http://www.urbanophil.net/wp-content/uploads/2011/04/BigForJapanGF.pdf. Veranstaltungsort ist der Farbfernseher in Berlin-Kreuzberg.

Achtung!! Die in diesem Blogeintrag abgebildeten Fingerpuppen haben nun wirklich gar nichts mit den Superhelden zu tun, die im Creature Club Spezial gebaut werden sollen – es handelt sich bei der Artfire-Abbildung lediglich um eine freie Assoziation des Blogbetreibers…

Ad-Infect 2011: Smoothio ist abgedreht

Puma verkauft jetzt den CO2-neutralen Turnschuh. Sixt-Autos tanken Wasser. Pepsi Cola Biokunststoff-Dosen zerfallen nach Cola-Genuss zu Torf. Car-Glas-Autoscheiben bestehen aus Farbstoffsolarzellen…

Werbung für Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte.

Projektidee: Wir wollen durch Werbung Nachfrage nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Produkten schaffen, die bisher noch gar nicht angeboten werden. Sprich: Wir schalten eine Werbung für z.B. den C02-neutralen Turnschuh o.ä. Wenn der Konsument diesen dann anfragt (bei Puma, Addidas, Nike etc.), wird er erfahren, dass es diesen Artikel nicht gibt. Nach und nach werden die Produzenten dann aber an einer Entwicklung feilen, da das Produkt ja scheinbar angefragt wird… Der Markt wird nach und nach mit “guten Produkten” versorgt!

An dieser Stelle: Wer uns unterstützen möchte – bitte melden (sprich “Wir stellen Anzeigefläche für konkrete “Produkte, die es nicht gibt, aber geben sollte” zur Verfügung; wir helfen beim Anzeigenentwurf, stellen Plakatflächen zur Verfügung, machen Euch eine Produkt-Website etc.).

Noch mal zum Verständnis: Es soll also eine echte Werbekampagne entstehen für ein wünschenswertes Produkt, welches, wenn wir ordentlich die Werbetrommel schlagen evtl. sogar von einer Firma angeboten wird, weil es der Konsument will:

Konsument: “Hey, ich will den CO2-neutralen Turnschuh kaufen.”
Verkäufer: “Haben wir nicht”
Konsument: “Wie, habe ich doch in der Werbung gesehen?”
Verkäufer: “Haben wir trotzdem nicht”

Wenn das dann 100.000 mal passiert, wird sich Puma, Nike, Addidas oder wer auch immer irgendwann überlegen: “Na, wenn alle diese Leute den CO2-neutralen Turnschuh nachfragen, wird es wohl einen Markt geben – Jungs aus der Entwicklungsabteilung – haut rein!!!” (Anm. der CO2-neutrale Turnschuh ist nur ein Platzhalter – denkbar wäre jede andere nachhaltige Produktvision).

(Diese Idee ist mittlerweile zwei Jahre alt und wurde von ‘Sei ein Futurist’ als Gewinnerprojekt ausgezeichnet. Hier der Originaleintrag vom 24. April 2009: http://www.nachhaltigkeits-guerilla.de/werbung-fur-produkte-die-es-nicht-gibt-aber-geben-sollte/).

Nun ist´s soweit: Smoothio ist abgedreht! Zu finden u. a. unter www.smoothio.de

Aktiva-Passiva-Bilanzkonto mit Buchhalternase

Das wurden wir heute des Öfteren gefragt: “Warum macht Ihr das?”.

Wir sind heute durch Berlin-Kreuzberg spaziert und haben Cafébetreibern von unserer Idee des ‘Fliegenden Kaffees‘ erzählt. Eure Kunden kommen ins Café, bestellen einen ‘Fliegenden Kaffee‘, sprich einen für sich selbst und der andere kommt auf eine Liste mit offenen bzw. flegenden Kaffees für Menschen, die grad etwas knapp bei Kasse sind. Oder anders ausgedrückt: Derjenige, der einen guten Tag hatte lädt jemand Unbekannten ein, der sowas wie einen schlechten Tag hatte. Das Ganze dient der Gemeinwesenarbeit im Kiez, sprich, niemand wird ausgeschlossen, jeder darf die halb-öffentlichen Räume betreten, ‘Arm und Reich’ bzw. ‘Geld-auf-Tasche’ und ‘Kein-Geld-auf-Tasche’ kommen ins Gespräch, sitzen im gleichen Café, bestenfalls am gleichen Tisch.

Nun die Frage: Warum macht Ihr das? Naja, weil wir sowas wie Gemeinwesenarbeiter ohne Auftraggeber sind. Weil wirs nett finden – einfach so.

Diese Antwort, hat man das Gefühl, darf man gar nicht geben. Damit macht man sich unglaubwürdig. Die Menschen wollen eine betríebswirtschaftliche Antwort hören, wollen wissen, welche geldwerten Vorteile es für uns bringt. So ist das mit dem ehrenamtlichen Engagement im Kiez, mit der Kiezpflege.

Andererseits – kämen wir mit einer Dose in den Laden: Spenden für Katastrophenopfer o. ä., würde glaube ich niemand fragen “Warum macht Ihr das?”. Das kennt man, das toleriert man bzw. da macht ‘man’ mit.

Tja, da bleibt wohl nur, am Ball bleiben und nicht ins Grübeln kommen, ala ‘Mensch, warum machen wir das eigentlich…’. Nee, nee, wir machens einfach, weil wir es gut finden – aus die Maus.


(Foto: Aktiva-Passiva-Bilanzkonto mit Buchhalternase; Bildquelle: eigene)

Wer f*** will muss freundlich sein

Wer f*** will muss freundlich sein – das ist ein alter, aber dennoch dämlicher Spruch. Mit f*** ist hier nicht frieren sondern fahren gemeint. Oder besser gesagt: Gefahren werden! Wir hatten in diesem Blog schon einmal die Idee vorgestellt, ein Kiez-Taxi in Berlin Neukölln, Kreuzberg und Umgebung einzuführen. Ein Kieztaxi in Form einer Rikscha, in der Omi zur Apotheke gefahren wird, Schmidtchen zur Schule und Horst einmal durch den Görlitzer Park. Das macht dem Horst mehr Spass als auf der Bank zu sitzen und Bier zu trinken, dem Schmidtchen gefällt es und Omi erst recht. Alle sind glücklich und selbst der Fahrer (das wären dann die gleichen Guerilleros, die diesen Blog betreiben) sind glücklich. Denn sie laden alle zur Freifahrt ein, werden also geknutscht und betascht, Omi backt ihnen einen Kuchen, Schmidtchen schenkt sein schönsten Lächeln und Horst auch.

Was ist faul an der Sache? Nichts. Und wer finanziert den Schmarn? VW tuts? Warum tun die das? Weil Sie nachhaltige Mobiltät angeblich ganz toll finden und denjenigen mit 2.500 bis 10.000 Euronen beschenken, der ganz viele Punkte auf deren Website ‘verdient’.

Na, liebe Leute, bitte tut VW doch mal den Gefallen und klickt deren tolle Seite an und kommentiert, bewertet und bejubelt unser Projekt. Das wäre so nett und vergesst nicht: Ihr tut dem Schmidtchen, der Omi und dem Horst ´nen Bärendienst erweisen – und der Preis geht mal nicht an irgend ´ne technische Erneuerung sondern an den Gemeinwesenarbeiter auf der Straße ;)

Hier geht´s zum Link: klicken statt f***

…immer schön klicken, kommentieren und bewerten
(ich glaube, und das ist wohl eher doof, man muss sich dort registrieren. Kann man aber bestimmt auch wieder löschen… und wo habt Ihr Euch nicht schon alles angemeldet, oder? Na, dann tuts hier auch nicht mehr weh, aber viele haben etwas davon und dann ist´s doch schon wieder toll! Ja, toll! Ja, toll! Na, also!)

Danke, Ihr seid Helden! Und die Chancen scheinen sogar reell, denn scheinbar sind nur 15 Projekte oder so in der engeren Auswahl!

Und hier ´ne kleine Entschädigung für alle die hier ein paar Mädels vorm VW erwartet hätten:   http://i52.tinypic.com/2cngtnn.jpg