Weapon of Mass Instruction

Im Januar 2009 dachte ich noch, das beste was einem Panzer passieren könnte, ist umstrickt zu werden (vgl. www.nachhaltigkeits-guerilla.de/umstrickter-panzer/). Nun bin ich eines besseren belehrt: Das beste was einem Panzer passieren kann ist Bildung.


(Weapon of Mass Instruction, Künstler: Raul Lemesoff, 1979; Bildquelle: Reuters)

‘Artist Raul Lemesoff drives his vehicle called “Arma de Instruccion Masiva” (weapon of mass instruction) through the streets of Buenos Aires, June 8, 2009. The “weapon of mass instruction” is a motorized sculpture made with books and is used by Lemesoff to distribute books as well as accept donations in order to supply schools in need, bars, country houses and any other venue where books might be lacking or rarely found.’ (Quelle: www.daylife.com)

Nachtrag vom 06. August 2010: Aktuell ist übrigens eine neue Bücherskulptur in Berlin Schöneberg in Planung. Beim Projekt der Baufachfrauen wird ein öffentliches “Bücherregal” als Stadtmöbel entworfen, gebaut und auf dem Gartengelände der Villa Schöneberg installiert. Mehr dazu unter: http://schoeneberger-norden.de/Bau-der-Buecherskulptur.2334.0.html

Nichtamtliche Denkmalumgestaltungen in der Vergangenheit und Gegenwart


(Bildquelle: Begleitschreiben)

Ich lese grad ‘Goodbye Bismarck’, ein Roman von S. U. Bart. Stephanie Bart ist z. Zt. Rikschafahrerin in Berlin (vgl. Autorinnenbeschreibung vom Ploettner-Verlag) und somit eine Art ehemalige Kollegin von mir. Sie nutzte den allgemein Rikscha-unfreundlichen Winter, um diesen herrlichen Roman zu schreiben. Das Buch behandelt zwei ‘Hamburger Schelme’, die sich am Tag der deutschen Einheit die ‘Frechheit’ rausnehmen, ein überdimensionales Bismarck-Denkmal mit einer ebenso überdimensionierten Altkanzler-Kohl-Maske zu verzieren.

Auf der Seite 124 regt der Protagonist Hartmann aus der Abteilung ‘Kunst und Bau’ an, man/frau könne ja mal ‘Nichtamtliche Denkmalgestaltungen in Vergangenheit und Gegenwart’ zum Thema einer Magisterarbeit machen.

Nun liegt bei mir grad keine Magisterarbeit an, aber dennoch ist mir z. B. gleich Specter Art eingefallen, dessen Arbeiten ich schon mal im Blogeintrag ‘Hunger, Durst und Kapitalismus einmal quer durch die Welt gejagt’ vom 29. Dezember 2009 erwähnt hatte.


(Bildquelle: Specter Art).

Und gerade gestern habe ich noch über ein Bild der Street Art Utopia-Gruppe (vgl. auch Blogeintrag vom 12. April 2010: Street Art Utopia – faster food kill kill) gelacht, welches auch sehr gut in die Kategorie ‘Nichtamtliche Denkmalumgestaltungen’ passt:

(Bildquelle: Street Art Utopia).

Eine kurze Recherche führt unmittelbar zu einen Artikel bei Indymedia vom 31.12.2007: Steuben-Denkmal umgestaltet. Das Steuben-Denkmal in Magdeburg wurde Ende 2007 pink angemalt und mit dem Spruch „Krieg macht niemanden groß“ versehen.


(Bildquelle: Indymedia).

Sachdienliche Hinweise für weitere Best-Practice-Beispiele werden gern als Kommentar oder in Form einer Mail an action@nachhaltigkeits-guerilla.de entgegen genommen. Nach und nach wird dann gegebenenfalls eine Sammlung angelegt (vgl. auch unsere zweite Baustelle, die Best-Practice-Sammlung zu ‘Grüne Strassenkunst’).

Nachtrag vom 24.08.2010:
“ich würd mich echt freuen, wenn Du diesen wunderbaren Duke of Wellington Deiner Best Practice Liste hinzufügen würdest.”, kam grad per Mail rein. Wer kann einer so netten Anfrage widerstehen?!


(Bildquelle: Edwud)

Auf Facebook hat die gute Duke of Wellington-Statue mittlerweile 102 Fans (siehe Facebook-Gruppe ‘Duke of Wellington Statue‘).

‘Vor dem Museum of Modern Art befindet sich die berühmte Reiterstatue des Duke of Wellington. Scherzbolde hatten ihm so lange immer wieder einen Pylonen auf den Kopf gesetzt, bis entschieden wurde, dass er dort verbleiben soll.’, so gelesen bei der Geo-ReiseCommunity.

Parkbänke für Obdachlose

Wie gemütlich können eigentlich Parkbänke sein? Anstiftung Warentest deckt auf:

…wie es aussieht, müssen die Bänke für Obdachlose wohl umgestaltet werden. Eine Recherche:


(gesehen unter: http://img.fotocommunity.com/photos/16409003.jpg)


(gefunden unter: http://edina-olah.de/blog/wp-content/uploads/2007/08/CIMG0793%20(Small).JPG)


(gefunden auf: http://christinapauls.files.wordpress.com/2008/11/boa_fernandohumbertocampana3.jpg)

Mehr Beispiele gibts auf der Website der Guerilla-Marketing-Agentur.

…na also, es geht doch!

(PS. Jenny, ich hoffe, Du bist mit dem Eintrag einverstanden? Sonst diskutieren wir später, ja? Oder natürlich per Kommentarfunktion, damit die anderen auch was davon haben…)

Help wanted! ‘Forschungsprojekt’ zu Wirkungen ‘künstlerischer Interventionen und Aktionen im öffentlichen Raum’

(Bildquelle: Technische Universität München – Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik)

Liebe Blogleserin, lieber Blogleser!
Kannste mir evtl. weiterhelfen? Ich würde gern ‘erforschen’, inwiefern ‘künstlerische Interventionen und Aktionen im öffentlichen Raum‘ überhaupt das auslösen, was man so als Aktiver sich vorstellt.

Beispiel: Wir schmücken die S-Bahn und laden zu Tee und Kekse ein, aber die Bahnfahrer denken nur ‘Lecker Kekse’, ‘Arme Irre’ oder ‘die feiern Geburtstag’, aber keiner denkt ‘aha, nachhaltige Mobilität ist wichtig…’. (vgl. www.nachhaltigkeits-guerilla.de/guerilla-wohnzimmer)

Zweites Beispiel: Wir tragen Passanten auf Betten durch die Stadt (Stichwort: Sleep to go), um auf eine ironische Art Entschleunigung zu propagieren (vgl. http://www.nachhaltigkeits-guerilla.de/sleep-to-go-fur-den-gestressten-manager/. Was wird verstanden?

Drittes Beispiel: Wir kleben Indianer (ähhm, ich meine, wir finden geklebte Indianer vor). Diese sollen (denke ich mal) auf die Möglichkeit anderer (nachhaltigere?) Lebensstile aufmersam machen. (vgl. http://www.nachhaltigkeits-guerilla.de/lakonde/). Doch welcher Flaneur versteht das schon? Und wer versteht es, wenn er den Blogeintrag auf www.nachhaltigkeits-guerilla.de liest, und wer liest überhaupt den Blog, wenn er sich nicht eh´ für Nachhaltigkeit interessiert und wie schafft man es, ihn in die Lebenswelt Jugendlicher nicht-Nachhaltigkeitsinteressierter zu bekommen, als gegebenenfalls eher über eine Verlinkung zu Street-Art und Guerilla-Art-Blogs… aber das ist ein anderes Thema und ich will mich jetzt mal nicht verstricken…)

Viertes Beispiel: Wir mieten uns einen Stand auf dem Flohmarkt und verkaufen gar nichts. Die Aussage soll sein: Man/Frau muss nicht ständig konsumieren, Buy-nothing-day etc. pp. Aber der Flohmarktschlenderer denkt nur: Ah, schon alles ausverkauft, scheinbar hatte der Typ voll die Knaller im Angebot, nächstes Mal stehe ich früher auf. Oder ‘Idiot, was machtn der hier’ oder er/sie denkt (und das ist das wahrscheinlichste): nichts.

Aber genau das möchte ich gern herausfinden. Kennst Du Literatur zu Wirkungsforschung (aber eben nicht MEDIENwirkungsforschung bzw. nicht NUR Medien, sondern eben auch zu Vor-Ort-Befragungen, experimentelle Befragung, Wirkungsforschung evtl. möglichst gleich zu einer ähnlichen Fragestellung; Best-Practice-Beispiele etc.)?

Ich habe mal einen kleinen Versuchsaufbau skizziert bzw. ein erstes Brainstorming angezettelt:

  • Experimentelle Forschung / Fallanalyse / Wirkungsforschung / Aktivierende Forschung
  • Szenarium: leerer Flohmarkttisch (Stichwort: Buy-nothing)
  • Schilder aufstellen (‘Hier wird nichts verkauft’)
  • Kamera und/oder Tonbandgerät installieren
  • Fragebögen auslegen (Was wurde verstanden?)
  • Vor-Ort-Gespräche
  • Infomaterial auslegen zu Buy-Nothing-Day etc. (evtl. schon zu viel?!)
  • Blogeintrag dazu schreiben und Vernetzung beobachten (Wie schätzen sie die Durchschlagskraft dieser Aktion ein?
  • Meinungen per Mail einfordern (an Streetart-, Guerilla-Art und Nachhaltigkeits- Experten)
  • (spannend wäre auch, wie sich das Interaktionsfeld ‘öffentlicher Raum’ im digitalen Zeitalter verändert (hat). Dazu habe ich eine recht interessante Publikation gefunden: http://culturebase.org/home/struppek/Homepage/Zusammenfassung.pdf

Freue mich über Feedback, Tipps, Anregungen, Austausch, Ansprechpartner etc. pp! Entweder als Kommentar oder an action@nachhaltigkeits-guerilla.de

Herzlichen Dank, Euer Edel-Ali-Fresh

Nicht stillstehen


(Abbildung 12Mille10 / Bildquelle: Flickr Graham Avenue)

Nicht stillstehen – nicht rauchen – nur Fahrrad fahren (siehe Abb. 12Mille10). Thats the way I like it! Es ist soweit: Die Saison beginnt und somit auch die passenden Blogeinträge. An der TU Berlin wird übrigens seit ein paar Monaten am Bambusrad gebastelt: Berlin Bamboo Bikes – Nachwachsende Rohstoffe auf zwei Rädern.

Hingehen lohnt sich – bitte mit ´nem schönen Gruss von Edel Ali Fresh!

…ich klicke mal als Kategorie des Blogeintrags ‘herbeigewünscht’ an; in der Hoffnung, dass ich auch so´n Rad bekomme!

Leb schön und träum was Schönes


(Bildquelle: The Antidote Project)

Montag morgen in Deutschland. Und? Biste gut drauf? Machste genau ditte, was Du immer wolltest? Jefällt ma, geht ab!

Was? Du machst das, was Du nie wolltest? Dit jefällt ma ja gar nicht. Na, aber dann lass es doch!

Proust sagt es so: “Wir wünschen uns leidenschaftlich, es möchte ein anderes Leben geben, in dem wir dieselben bleiben, die wir hienieden gewesen sind. Aber wir bedenken nicht, daß wir, sogar ohne erst auf dieses andere Leben zu warten, schon in diesem hier nach einigen Jahren dem untreu werden, was wir gewesen sind und was wir selbst in der Unsterblichkeit noch wiederfinden wollten.”

Tja, jetzt wissen auch die intellektuellen Leser unter Euch, was Edel-Ali-Fresh die janze Zeit vermitteln wollte…

Und wenn Du jetzt noch bedenkst, dass ja vielleicht auch die Leudde auf der anderen Seite der Erdkugel ihr Ding machen wollen und ein schönes Leben möchten (könnte ja theoretisch sein), und vielleicht ja auch die nachfolgenden Generationen, dann sollte auch klar sein, dass Du ihnen nicht die Chance vermasselst, nur, weil sie erstmal Deinen Mist wegräumen müssen:

(Bildquelle: Diplo.de / Eine Website des Auswärtigen Amts)

(Bildquelle: DW-World)

(Bildquelle: Die Welt)

Wenn Du das alles gecheckt hast, haste meines Erachtens mehr gecheckt, als so manche Nachhaltigkeits-Initiative.


(Bildquelle:
The Junction)

Battle of the year: Strom vs Storm

Liebe Kinder, heute melde ich mich mit einem Gleichnis mit dem wunderbaren Titel “Der Strom und der Storm”. Es war einmal der Strom. Der hatte einen ollen Zopf und alle Fans bewegten sich stromlinienförmig mit der Masse:

Irgendwann wurde der Strom dann zu teuer, und die Anhänger der ollen Zöpfe wunderten sich: ‘Oh, wie finanzieren wir nur unsere Gewohnheiten? Ohne Strom geht ja gar nichts. Wir sind doch so gern daheim und den ganzen Tag im Internet, vor der Glotze, an der E-Gitarre und so.” Da half nur eins: Der Strom muss billiger werden! Da waren sich alle einig, und erst recht die olle Bild: Jetzt den billigsten Strom sichern und bloss nicht auf die olle Umwelt achten! (siehe bild.de).

So, liebe Kinder, und, na, genau! Die neue Devise heisst: Weg mit den ollen Zöpfen! Die ollen Zöpfe wurden früher nur solange getragen, bis aus dem Mädchen eine junge Frau wurde (so erzählt es jedenfalls meine Mutter, die ich hier leider nicht verlinken kann. Sie hat nämlich gar kein Internet, sondern übt im Garten die Windmühle, aber das ist eine andere Geschichte…). Also werden wir endlich erwachsen…?

(Bildquelle: kempers on tour)

Denn wisst Ihr, was viel besser ist als Strom?

Ja! Der Storm ist besser! Der kann nämlich die Windmühle und hat soviel erneuerbare Energie im Körper, dass er die ollen Elektrogeräte gar nicht braucht, und lieber rausgeht, statt im Internetz die ollen Spiele zu zocken und sowas alles…


(Bildquelle: Neue OZ)

Was sagt Peter Lustig so schön? Abschalten! und raus an die Luft!

Augen auf und Ohren zu

(Grüne Ohren, Bildquelle: Portraits with horses)

Mit 15 noch grün hinter den Ohren? Dann les´ mal den Eintrag vom 17. September 2009.

Ich habe mal versucht im Rahmen des Community Developments die Idee weiter zu spinnen – und heraus gekommen ist ein PDF mit dem schönen, einprägsamen Namen “Praxisanalyse von Netzwerk- und Konfliktstrukturen für die Entwicklung von Strategien und Handlungsfähigkeit in Machtkonstellationen am Beispiel eines öko-sozialen Kiezfestes, organisiert durch die Nachhaltigkeits-Guerilla”.


(Bildquelle: TV-Scripte.de)

Schau Dir das PDF an, Mann!!

Änderung vom 15. März 2010: Sorry, das PDF gibts hier ab jetzt nicht mehr. Es wurden fiktive Aussagen mit realen Personen vermengt. Um also Missverständnisse auszuschließen, habe ich mich entschlossen, das PDF hier wieder rauszunehmen.

Heart Attack

(Bildquelle: http://artokulto-alternative-art.blogspot.com/).

In München regnet es Herzen; zumindest in der Pestalozzistraße (oder in der Nähe), so gesehen von artokulto auf dem Blog “Streetart und Kunst im öffentlichen Raum/ München”.

Vor etwas über einem Jahr hatte ich in einem Posting “Das beste, was einem Panzer passieren kann” vorgestellt. Fallende Herzen ist wohl das Beste, was einem Bomber passieren kann…

Veränderung selber machen

…ist gut, aber manchmal hilft (nur) spenden (und telefonisch nachhaken, wie Torch empfiehlt). Hier eine Liste mit Institutionen von Welthungerhilfe bis SOS-Kinderdorf, die Spendenkonten für ‘Hilfe für Haiti’ eingerichtet haben. Torch, selbst gebürtiger Haitianer, steht Rede und Antwort zur Situation vor Ort (auf dem Blog von ‘I love Graffiti’). Lest selbst.


(Torch / Bildquelle: I Love Graffiti)