Big Mac makes me feel…

Der Big Mac Index als Wohlfahrtsindikator? Geht das?

Im Blogeintrag vom 12. Oktober mit dem Titel “Dicke Autos und schlanke Hunde” wurde ja bereits angekündigt, dass wir uns näher mit den Indexies Big Mac Index und Happy Life Index beschäftigen wollen.

Fangen wir mal mit dem Big Mac Index an:


(Quelle: Planet Oddity)

Der Big Mac Index vergleicht die Preise für einen Big Mac in verschiedenen Ländern, umgerechnet in US-Dollar. Daraus lässt sich ableiten, ob eine Währung unter- oder überbewertet ist. Der Big Mac ist von daher gut geeignet, um die Währungen zu vergleichen, da er (a) in (fast) allen Ländern der Welt erhältlich ist und (b) überall (scheinbar) die gleichen Kosten einfließen (Rohstoffe, wie Weizen, Tomaten, Fleisch etc. aber eben auch Löhne, Energie und Mieten).

Der Big Mac Index ist nützlich, um den Wohlstand eines Landes zu messen, wenn man die Pro-Kopf-Einkommen und die tatsächliche Kaufkraft der Menschen der verschiedenen Länder miteinander vergleichen möchte. Um die Frage nach dem „Wie lange muss ein Mensch in einer Stadt arbeiten, um sich einen Big Mac kaufen zu können“ wird mit einem leicht angepassten Big Mac Index, dem sogenannten Realen Big Mac Index (RBMI) errechnet. Hierbei wird das lokale Lohnniveau mit einberechnet. In Chicago oder Tokio ist ein Big Mac durchschnittlich in zwölf Minuten ‚verdient’, in Mexiko City muss ein Arbeitnehmer dagegen über zwei Stunden für einen Big Mac arbeiten gehen.

Hier nochmal vom Chefkoch-Wissenschaftler erklärt:

Der Index bleibt allerdings in der klassischen ‚Konsum-Darstellung’. Je schneller ein Konsumgut erarbeitet werden kann, desto weiter vorne ist die jeweilige Stadt / das jeweilige Gebiet in der Rangliste. Tausch, gegenseitige Hilfe in der Gemeinde, solidarische Ökonomie etc. werden im Big Mac Index nicht einbezogen. Ökologische sowie soziale und gesellschaftliche Faktoren bleiben mit Ausnahme einer ‚gerechten’ Bezahlung der Arbeitnehmer außen vor.

Kritiker bemängeln zudem, dass zum einen die Kosten für Big Mac-Herstellung unberücksichtigt bliebe, und zum anderen, dass in vielen Ländern nur die ‚Mittel­schicht’ zu McDonalds geht, während der ‚normale’ Arbeitnehmer zu einheimische Fast-Food-Restaurants geht und der Big Mac für den Großteil der Bevölkerung (besonders in Entwicklungsländern) überhaupt keine Rolle spielt (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Arbeitsgruppe Team Global (2010): Bruttoinlandsglück – Auf der Suche nach qualitativer Entwicklung, Berlin). Alles verstanden? Great!


(Bildquelle: South Park Studios)

Nachtrag vom 02.12.2010: Kennt Ihr schon den 3Sat-Beitrag “Bruttosozialglück in Bhutan”? Sehr schön gemacht! Hier die kurze Beschreibung bei der Mediathek auf 3Sat: “Das Himalaja-Königreich Bhutan hat im März 2008 offiziell den Übergang zur Demokratie vollzogen. Beide Parteien bekennen sich zum Königshaus sowie zur Staatsphilosophie vom “Bruttosozialglück” – einer Mischung aus nachhaltiger Entwicklung, geistigem Wohlergehen und Bewahrung kultureller Identität.”

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